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Format A4, Klebebindung,
213 Seiten, |
Dr.
Jayadeva u. Hansaji Yogendra: Klassischer Yoga im Alltag
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Klassischer Yoga im Alltag Im Gegensatz zu den meisten Yoga-Büchern geht es hier nur am Rand um Körperübungen. Viel wichtiger ist Yogendras die innere Einstellung, das Vertrauen in eine höhere Realität, ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit usw. Ihre Vorträge und vor allem Ihre Gespräche mit Interessierten sind realitätsbezogen. Einen Auszug aus einem solchen Gespräch finden Sie etwas weiter unten auf dieser Seite. Hansaji empfiehlt in diesem Buch, ein Gesundheitstagebuch zu führen. Sie können eine einfache Vorlage für ein solches Tagebuch herunterladen (Word-Datei, rund 100 KB). Die Datei wird beim Herunterladen direkt geöffnet; Sie können Sie bei Bedarf mit "Speichern unter ..." auf Ihre Festplatte speichern. |
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Auszug aus einem Gespräch: DR. J. YOGENDRA: Sie können die Gesellschaft nicht verändern, aber Sie können einen kühnen Menschen aus sich machen. Wir wollen nicht kühn sein, wir wollen konformistisch sein. Deshalb kann jede kleine Abweichung, die wir zustande bringen, nur eine sehr geringe sein. Alle machen irgendetwas; wir auch. Wir können nicht anders sein. Ich glaube, das ist die Falle: Man hofft, dass sich die Gesellschaft ändert und man ihr danach beitreten kann. Dazu kommt es wohl nie. Aber wir können etwas unternehmen. Wir können eine ganze Menge tun, aber wir sind nicht bereit, es zu tun. Wie ich schon gesagt habe: Auch nur eine Minute mit geschlossenen Augen zu sitzen, ist keine schwierige Sache. Wir können es tun, aber wir mögen nicht mit geschlossenen Augen sitzen, wenn uns andere Menschen sehen. Wir empfinden es als peinlich. Wir können nicht zehn Minuten des Schweigens einhalten, weil es uns vorkommt, dass wir gerade in dieser Zeit am meisten zu sagen hätten. Diese ganz einfachen Dinge helfen also auch nicht weiter. Wir können nicht morgens aufstehen und in der Bibel oder einer ähnlichen Schrift lesen, weil man uns auslachen würde. Wenn Sie die Zeitung aufschlagen und zu lesen beginnen, ist das okay. Wir sind einfach bei allem unfähig, den Teufelskreis zu durchbrechen. Aus diesem Grund gehen die Schwierigkeiten immer weiter. PIERRE: Wir müssen also etwas in unserem eigenen Leben verändern. Wir müssen uns eine gewisse Disziplin auferlegen. Es gibt einen enormen Zwang, sich in einer bestimmten Weise zu verhalten. Die Konditionierung wurde uns schon so etwas wie eine zweite, künstliche Natur. Wir brauchen ziemlich viel Kraft in unserem Vertrauen, wie Sie sagten, um beinahe gegen den Strom, gegen den Hauptstrom zu schwimmen. DR. J. YOGENDRA: Was ich sagen möchte ist, dass wir in der Gesellschaft um uns herum keine Aufregung zu verursachen brauchen. Man kann ganz still und ohne Aufhebens ein paar einfache Verfahren anwenden. Wenn Sie nur schon zehn Minuten Nishpanda Bhava praktizieren, die Geräusche um sich herum hören und sich entspannen - ich glaube nicht, dass man damit die Gesellschaft beunruhigt. Das kann man ohne weiteres praktizieren, wann immer sich die Gelegenheit bietet. Aber wenn sich eine solche Gelegenheit ergibt, denkt man sofort an etwas anderes. Viele Geschäftsleute rechnen ihre Geschäftbilanzen durch, wenn sie Sukhasana praktizieren. Sie glauben, das sei eine geeignete Zeit, an ihre Arbeit zu denken und zu überlegen, wie sie ihr Geld vermehren können. Damit verpassen sie die Gelegenheit, Ruhe zu erfahren. RADHIKA: Wie ist das mit Menschen, die ein sehr aktives Leben führen und allerlei Sportarten treiben? In meiner Familie zum Beispiel spielen mein Mann und mein Sohn sehr viel Tennis und Basketball. Sie sind sehr fit und glauben deshalb, dass sie kein Yoga brauchen. Was würden Sie ihnen sagen? DR. J. YOGENDRA: Sie (Radhika, A.d.Ü.) sollten auf Ihre eigene Gesundheit achten und ihnen sagen, dass Sie in guter Verfassung sind, ohne all diese Sportarten. Das wäre vielleicht ein Anstoß für sie, es auch zu probieren. RADHIKA: Aber glauben Sie nicht, dass diese Sportarten kontraproduktiv sind. Ich erlebe sie nicht als ruhig, sondern als überaktiv, weil sie so viel Sport treiben. Ist das richtig? DR. J. YOGENDRA: Sehen Sie, eine bestimmte Persönlichkeit findet in einer bestimmten Aktivität Befriedigung. Solange ihre Persönlichkeit sich nicht verändert, glaube ich, sollte man sich nicht mit ihnen darüber streiten, was sie tun, weil das, was sie tun, Teil ihrer Natur ist. Wenn jemand eine gute Beziehung zu Ihnen hat, Sie beobachtet und gewisse Vorteile feststellt, dann ist es wahrscheinlich, dass diese Person zu Ihnen kommt und sagt: »Wie machst du das, in einer solch guten Verfassung zu sein? Das möchte ich auch können.« Dann ist es leicht. Sehen Sie, der Wettstreit, den Emotionen freien Lauf zu lassen, alle diese Dinge gehören ganz natürlich zu einem jungen Menschen. Wenn Sie ihn heißen, das nicht zu tun und stattdessen ruhig zu sitzen und die Augen zu schließen, ist er daran nicht wirklich interessiert. RADHIKA: Aber müssen sie sich ändern? DR. J. YOGENDRA: Wer sind wir schon, das zu entscheiden? NIKKI: Was die Emotionen betrifft, war ich ruhiger, bevor ich Yoga zu praktizieren begann. Als ich mit Yoga begann, wurden mir die Dinge bewusster. Wieder andere Teile meiner selbst wurden empfindlicher. Eigentlich hat Yoga eine ganze Menge Dinge in meinem Leben beschleunigt. Eine Zeit lang habe ich darüber gelesen, wie ein Mensch sein sollte oder wie uns Yoga hilft, ruhiger, friedlicher und ausgeglichener zu werden. Aber es ist mir aufgefallen, dass, je länger ich Yoga praktizierte und versuchte, den idealen Zustand zu erreichen, ich eigentlich für eine ganze Weile weniger mich selber war. Gehört das zum natürlichen Verlauf, dass sich die Leute zuerst verlieren und sich dann langsam neu konstituieren? DR. J. YOGENDRA: Heute tragen Sie weiße Kleider, und weil sie weiß sind, kann man jede Verunreinigung darauf sehen; Sie müssen die Kleider vielleicht häufiger waschen als eine Person, die schwarze Kleider trägt. Wenn Sie ein Leben voller emotionaler Stürme und solcher Dinge geführt haben und dann plötzlich einen Zustand der Ruhe schaffen, können Sie sofort erkennen, welche Ereignisse zu welchen Reaktionen in Ihnen geführt haben. In einem aufgewühlten Zustand macht ein klein wenig mehr Aufruhr keinen Unterschied. Aber wenn Sie beginnen, ein ruhiges Leben zu führen, dann nehmen Sie auch kleine Störungen wahr und fühlen sich etwas beunruhigt. Ich denke, es ist besser, für eine gewisse Zeit mehr zu lesen als Yogaübungen zu praktizieren. Sobald sich ein klares Verständnis und eine klare Einschätzung eingestellt haben, können Sie mit ein wenig Yogaübungen beginnen; wenig, nicht viel. GARFIELD: Sie sagten, wir seien unfähig, ein langfristiges Verständnis der Gesundheit zu haben. Wäre es denn nützlich, darüber zu lesen, was die langfristige Auffassung von Gesundheit ist? Sollten wir uns einfach darauf konzentrieren, das Beste aus unserer kurzfristigen Sichtweise zu machen? DR. J. YOGENDRA: Mit der Lektüre erzeugen Sie vielleicht ein Interesse an einem persönlichen, langfristigen Ziel, und Sie versuchen vielleicht, dieses langfristige Ziel in Ihr Leben zu integrieren. Das ist nicht der richtige Weg. Sehen Sie, das langfristige Ziel sollte Ihr eigenes sein. Sie müssen Bedingungen schaffen, unter denen Sie stabiler, klarer werden können und müssen dann versuchen, die Dinge selber besser zu verstehen und Ihr eigenes langfristiges Ziel entwerfen. PAUL: Glauben Sie, dass die meisten von uns zu verbissen probieren? DR. J. YOGENDRA: Manchmal probieren wir zu heftig und manchmal überhaupt nicht. Wir empfehlen, gleichmäßig fortschreitend zu üben. Dabei ist am wichtigsten - und wir sollten es alle tun - dafür zu sorgen, dass der Geist ruhiger und ausgeglichener wird. In diesem Zustand kann er selber herausfinden, was er braucht, was seiner eigenen Natur entspricht, was sein wahrer innerster Teil ist. Ich glaube, wenn sich diese Klarheit einstellt, nicht heute, nach einem Jahr, nach zwei Jahren, bildet ein solches Verständnis unserer Natur die Basis, um damit dauerhaft leben zu können. Andernfalls, das heißt ohne diese Klarheit, versuchen wir dem Ziel anderer zu folgen und in diese Richtung zu arbeiten. Das funktioniert nicht. MEREDITH: Ich habe Fragen im Bereich der Gesundheit und wie wir für unsere Gesundheit sorgen sollen. Es gibt so viele Krankheiten, die sich im Westen ausbreiten und für die Menschen zur Krise werden: Krebs, Herzkrankheiten und viele andere schwächende Probleme. Ich frage mich, ob es für einige dieser Menschen zu spät ist. Was hat Yoga zu bieten, wenn es zu einer solchen Krisensituation kommt, wenn jemand krank ist? Ich verstehe Sie, wenn Sie sagen, dass wir immer eine rasche Lösung haben wollen, aber manchmal bleibt einem Menschen nicht genug Zeit, um mit Yoga langsam Besserung zu suchen. Gibt es etwas, das Menschen in einem fortgeschrittenen Stadium einer Krankheit tun können? DR. J. YOGENDRA: In einem fortgeschrittenen Krankheits-Stadium kann Yoga nicht helfen. Dann kann Yoga nur helfen, die Situation mental zu akzeptieren. Mehr kann Yoga nicht tun. Er kann die Krankheit nicht heilen. |
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